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Zecken in der Natur

Nutzen von Zecken, Mücken & Milben für Mensch und Natur | Aufgaben von Parasiten im Ökosystem

Parasiten sind nicht nur lästig, sondern übertragen zudem gefährliche Krankheiten.

Daher wäre die Welt eine bessere, wenn es Zecken, Mücken und Milben nicht gäbe.

Das ist die weitläufige Meinung, doch so einfach ist es nicht.

Auch Parasiten erfüllen viele Aufgaben im Gefüge der Natur.

Sie sind keineswegs unnütz!

Hier erfährt man, warum es einen Wert hat, Zecken, Mücken und andere Plagegeister leben zu lassen.

Zecke Weibchen
Auch Zecken haben einen Wert für das Ökosystem als Ganzes.

Nutzen für den Menschen

Ab und zu ein Parasit ist gesund, denn er hält das Immunsystem auf Trab.

Außerdem findet man in den Körpern von Parasiten Stoffe, die in der Zukunft als Medikamente nützlich sein können.

Abwehrzelle des Immunsystems
Die weißen Blutkörperchen des Immunsystems werden durch Parasiten gefordert und dabei gefördert.

Stärkung des Immunsystems

Das Immunsystem des Menschen ist darauf ausgelegt, ständig Keime und Krankheitserreger abzuwehren.

In der modernen Welt ist das Immunsystem oft unterfordert und das kann zum Problem werden.

Die sogenannte „Wurm-Hypothese“ besagt, dass ein unterfordertes Immunsystem sich gegen den Körper richten kann.

Dann greift es den Körper an, den es eigentlich schützen sollte. Oder es reagiert auf Stoffe, die eigentlich ungefährlich sind.

Es kommt zu sogenannten Autoimmunerkrankungen und Allergien.

Auch Rheuma und Diabetes können die Folge eines unterforderten Immunsystems sein.

Daher sind Parasiten wie Würmer, Zecken, Milben und Mücken wichtig für die Fitness der körpereigenen Abwehr.

Sie sind die Fitnesstrainer für die Abwehrzellen des Körpers.

Langfristig stärken Parasiten also das Immunsystem und sind damit gut für die Überlebensfähigkeit ihrer Wirtstiere.

Zecken im Ökosystem
Hilft der Speichel von Zecken bald bei der Krebstherapie?

Medikamente aus Parasiten

Schon heute werden Würmer bei Autoimmunerkrankungen und Allergien eingesetzt.

In diesem Sinne können Parasiten selbst ein Medikament sein.

Zudem gibt es die Möglichkeit Medikamente aus Stoffen zu gewinnen, die nur in Parasiten vorkommen.

Der Zeckenspeichel zum Beispiel enthält über 100 einmalige Substanzen darunter:

  • Entzündungshemmer
  • Schmerzmittel / Betäubungsmittel
  • Spezieller Klebstoff (Zeckenzement)
  • Gerinnungshemmer

Forscher aus Brasilien fanden im Zeckenspeichel zudem ein Molekül, das Krebszellen abtöten kann.

Bei Ratten konnten sie mit dem Mittel ganze Tumore auflösen.

Sie erhoffen sich, daraus eine neue Krebstherapie entwickeln zu können.


Video: Zeckenspeichel als Krebsmedikament?


Bisher sind zahlreiche Stoffe, die sich in Parasiten verbergen, noch weitgehend unerforscht.

Wahrscheinlich bieten sich noch ungeahnte Möglichkeiten für die Medizin.

Nutzen für die Natur

In der Natur sind Parasiten Bestandteil fast aller Ökosysteme.

In Flussmündungen haben Forscher die Biomasse gemessen und die Arten gezählt.

Parasiten machten dort teilweise rund 50 % der Biomasse aus.

Sei sind damit ein wichtiger Teil in vielen Nahrungsketten.

Zudem bieten sie Lebensraum für zahlreiche Mikroorganismen, fördern das Fortschreiten der Evolution und die Stabilität eines Ökosystems.


Video: Rote Ameisen fressen eine Zecke


Parasiten als Nahrungsquelle

Mücken werden von zum Beispiel Libellen und Vögeln gefressen, die ohne sie nicht überleben könnten.

Auch Zecken haben etliche natürliche Feinde, dazu zählen zum Beispiel:

  • Ameisen
  • Hühnervögel
  • Wespen
  • Spinnen
  • Fadenwürmer (Nematoden)

Es gibt sogar eine Wespenart, die ohne Zecken nicht überleben könnte.

Die Erzwespe „Ixodiphagus hookeri“ legt ihre Eier in den Körper vollgesogener Zeckenweibchen.

Ihre Larven ernähren sich von der Zecke und fressen sie von innen heraus auf.

Ohne Zecken könnte diese Schlupfwespenart nicht existieren.

Hier noch mehr Informationen über die natürlichen Feinde/Gegenspieler von Zecken.

Also Parasiten bilden eine Nahrungsgrundlage für viele andere Arten.


Video: Weberknecht frisst Zecke


Stabilität von Ökosystemen

Je mehr Arten in einem Ökosystem leben, desto stabiler ist es – so die Annahme.

Denn Parasiten regulieren die Populationsgröße ihrer Wirtstiere.

Zu Plagen und explosionsartigen Vermehrungen kann es nur dann kommen, wenn eine Art auf wenige natürliche Feinde und Parasiten trifft.

Damit helfen Zecken, Milben und Co. auch dabei invasive Arten in ihrer Ausbreitung zu stören.

Dieser Effekt wird immer wichtiger mit der Globalisierung, durch die invasive Arten (Neobiota) vermehrt in bestehenden Ökosystemen auftauchen.

Förderung der Evolution

Die Evolution ist ein ständiger Prozess der Anpassung an sich verändernde Lebensräume.

Parasiten üben dabei einen Druck auf bestehende Arten aus, sich noch besser anzupassen.

Bei Wattschnecken hat sich zum Beispiel gezeigt, dass parasitäre Würmer zur Ausbildung von Geschlechtern geführt haben.

Ohne die Parasiten kam es fast nur zu Jungfernzeugungen; mit Parasit entwickelten sich dann vermehrt Männchen und Weibchen.

Dadurch wurden die Erbanlagen stärker vermischt und die Art widerstandsfähiger gegen den Parasiten.

Zecke Weibchen
In jeder Zecke leben viele einzellige Lebewesen.

Parasiten als Lebensraum

Ein nicht zu verachtender Nutzen vieler Lebewesen ist, dass sie selbst auch wieder Lebensraum für andere Lebensformen bieten.

So wie auch auf und im menschlichen Körper Millionen von Kleinstlebewesen vorkommen, bieten auch die Körper von Parasiten ein Ökosystem für viele Einzeller.

Bekannt sind oft nur die Krankheitserreger (Viren und Bakterien), weil sie gut erforscht sind.

Doch neben den für den Menschen relevanten Bakterien und Viren gibt es meist noch viele weitere Kleinstlebewesen, die auf und im Körper von Zecken, Mücken und Milben leben.

Gelbe Milbe Makro Parasit Nutzen
Makroaufnahme einer Milbe.

Fazit

Parasiten sind keinesfalls unnütz.

Sie erfüllen vielfältige Aufgaben und bringen einen Nutzen selbst für die Arten, die sie befallen.

Daher kann es auch nicht das Ziel sein, Parasiten völlig auszurotten.

Vielmehr könnte es sinnvoll sein, sie noch besser zu erforschen und letztlich zu lernen, mit ihnen in Harmonie zu leben.

Oft gibt es eine Möglichkeit für den Menschen sich Parasiten vom Leib zu halten, ohne ihnen dabei direkt schaden zu müssen.

Gegen Zecken gibt es zum Beispiel eine ganze Reihe von zeckenabweisenden Mitteln.

So kann zum Beispiel Schwarzkümmelöl gegen Zecken schützen, sowie viele ätherische Öle.

Auch gegen Mücken, Flöhe und Milben gibt es Mittel, die nützen, ohne zu töten.

Denn es sollte nicht das Ziel sein, jegliche Mücke oder Zecke auszurotten.

Das Immunsystem braucht die regelmäßige Herausforderung, um fit zu bleiben und nicht auf selbstzerstörerische Ideen zu kommen.

Das Ökosystem braucht die Parasiten, um stabil zu sein und sich gegen invasive Arten zu wehren.

Zeckenhilfe ist daher auch ein Projekt, das Menschen und Zecken helfen möchte, in Frieden miteinander zu leben, ohne sich gegenseitig zu schaden.


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Stand: 2. April 2019


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