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Zecke entfernen

Drehen oder Ziehen? | Zecke richtig entfernen | Tipps & Tricks +++

Möchte man eine Zecke richtig entfernen, gilt es, einige Dinge zu beachten.

Hier erfährt man, was wichtig ist und welche Möglichkeiten es gibt: passiv/aktiv | drehend/ziehend.

Ob man die Zecke herausdreht oder -zieht, hängt davon ab, welches Werkzeug man benutzen möchte.


Tabelle: Zecke entfernen: Drehen oder Ziehen?

Werkzeug

Methode

Zeckenzange Drehen
Zeckenkarte Ziehen bzw. Schieben
Zeckenhaken Drehen
Zeckenschlinge/Lasso Drehen
Zeckenpinzette Ziehen
Zeckenhebel Ziehen bzw. Heraushebeln
Nymphia Zeckenentferner Ziehen

Im oder gegen den Uhrzeigersinn drehen
Ob im oder entgegen dem Uhrzeigersinn gedreht wird, ist unwichtig. Denn Zecken haben kein Gewinde.

Drehen oder Ziehen?

An der Frage, ob Drehen oder Ziehen für die Zeckenentfernung geeigneter ist, scheiden sich die Geister.

Sogar wissenschaftliche Studien haben sich schon mit dem Thema befasst (siehe Quellen).

Letztlich lautet die Antwort:

Es hängt davon ab, wie groß die Zecke ist und auf wem sie sitzt.

Entfernt man Zecken von unruhigen Haustieren und Kindern eignet sich Drehen besser.

Denn Drehen ist in der Anwendung einfacher, schneller durchzuführen und mit weniger Schmerz verbunden.

Bei Erwachsenen und ruhigen Tieren ist hingegen Ziehen die bessere Wahl.

Beim Ziehen hat man nämlich eine größere Chance, die Zecke komplett zu entfernen.

Beim Drehen bleibt in vielen Fällen (über 80%) ein kleines Stück der Zecke in der Haut zurück.

Allerdings besteht auch beim Ziehen die Gefahr, dass ein Teil vom Zeckenkopf stecken bleibt.

Reißt beim Ziehen ein Teil der Zecke ab, ist dieser oft deutlich größer als das Stück, das beim Abdrehen in der Haut zurückbleibt.

Daher erfordert Ziehen mehr Feingefühl und Erfahrung als Drehen.

Auch für die Gesundheitsgefahren spielt es eine Rolle, ob man dreht oder zieht – mehr dazu im nächsten Abschnitt.

Zeckenzange Modelle
Wer billige Zangen benutzt, bringt sich in Gefahr. Außerdem wichtig: Mit der Zeckenzange drehen – nicht ziehen!

Gesundheitsgefahren vermeiden

Beim Entfernen einer Zecke, entstehen zwei Gefahren:

  1. Übertragung von Krankheitserregern – Viren oder Bakterien.
  2. Fremdkörperreaktion durch Steckenbleiben von Beißwerkzeugen.

Beide Gefahren lassen sich verringern, wenn man Zecken sachgemäß entfernt.


Video: Zecke möglichst hautnah greifen.


Übertragung von Viren und Bakterien

Die Gefahr einer Krankheitsübertragung steigt, mit der Saugdauer am Wirt.

Daher ist es wichtig, eine Zecke möglichst rasch zu entfernen.

Nachdem man sich in einem Zeckengebiet aufgehalten hat, sollte man sich, seine Kinder und Haustiere absuchen – während der Zeckensaison am besten einmal pro Tag.

Rasch entfernen bedeutet jedoch nicht, dass es auf Sekunden oder Minuten ankommt – doch jede Stunde zählt.

Eine infizierte Zecke beginnt Borreliose-Bakterien erst nach ungefähr 24 Stunden an den Wirt abzugeben.

Doch auch wenn eine Zecke schon 24 Stunden gesaugt hat, bedeutet das noch nicht, dass sie den Wirt infiziert haben muss.

Denn nicht jede Zecke ist infiziert (nur ~5 bis 15%) und selbst dann, wenn sie Krankheitserreger in sich trägt, gibt sie einen Großteil erst nach 48 Stunden ab.

Zeckenpinzette gebogene Spitze
Spezielle Zeckenpinzette mit gebogener Spitze: Damit lassen sich auch kleine Zecken greifen und aus der Haut ziehen.

FSME-Viren übertragen infizierte Zecken schon direkt mit dem Biss an den Wirt – hier hilft eine schnelle Entfernung also nicht.

Zudem hat auch die Art und Weise der Entfernung der Zecke einen Einfluss auf das Risiko, infiziert zu werden.

Denn wird die Zecke beim Entfernen gereizt, kann es dazu kommen, dass sie sich übergibt und dabei Bakterien in die Wunde abgibt.

Daher sollte man die Zecke so entfernen, dass sie möglichst wenig gequetscht und gedrückt wird.

Die Druckfläche des Werkzeugs sollte daher möglichst klein sein und die Druckdauer gering.

Auch passive Methoden (Hitze, Lösungsmittel) führen dazu, dass man die Zecke unnötig reizt und damit die Gefahr der Krankheitsübertragung erhöht.

Daher sind passive Methoden, die früher oft angewendet wurden ungeeignet, zum Beispiel Hitze, Klebstoff, Alkohol, Nagellackentferner, etc. – dazu später mehr.

Zecke richtig entfernen
Zeckenkarten eignen sich für große Zecken doch versagen oft bei kleinen.

Teil der Zecke bleibt stecken

Kein Werkzeug kann garantieren, dass die Zecke vollständig entfernt werden kann.

Daher kommt es immer wieder vor, dass ein Teil des Kopfes steckenbleibt – genauer gesagt der Mundwerkzeuge.

Krankheitsübertragung

Es ist noch nicht eindeutig wissenschaftlich geklärt, ob sich durch das Steckenbleiben auch das Risiko einer Krankheitsübertragung erhöht.

Bleibt ein großer Teil stecken, könnte das sein.

Ist der Teil nur klein, enthält er wahrscheinlich auch keine Erreger.


Video: Zecke herausdrehen mit Zeckenhaken

Zeckenhaken sind einfach in der Handhabung: Angebote bei Amazon


Fremdkörperreaktion

Bleibt ein Teil der Zecke stecken, besteht die Gefahr einer Fremdkörperreaktion:

Abkapselung oder Infektion.

Dies ist in der Regel jedoch kein Grund zur Beunruhigung.

Denn meist stößt die Haut den Teil nach ein paar Tagen ab und dann fällt er von allein heraus.

Manchmal entzündet sich die Stelle und es entwickelt sich eine Art Pickel.

Der Fremdkörper wird dann von Eiter umschlossen und eitert heraus oder lässt sich herausdrücken.

Mit einer Nadel in der Wunde herumzustochern ist meist nicht zu empfehlen.

Dadurch erhöht man die Infektionsgefahr.

Im Zweifelsfall sollte man einen Arzt aufsuchen.

Mehr Informationen hier: Was tun, wenn ein Teil der Zecke stecken bleibt?


Video: Zecke entfernen mit Zeckenschlinge

Die Zeckenschlinge ist ein Bestseller für die Zeckenentfernung bei Hunden: Angebot bei Amazon


Drehen oder Ziehen?

Wissenschaftler haben gezeigt, dass die Größe des Teils, der steckenbleibt, davon abhängt, ob man dreht oder zieht.

Beim Drehen kommt es häufig vor, dass man einen kleinen Teil abdreht, doch nur selten die gesamten Mundwerkzeuge.

Beim Ziehen mit Pinzette oder Karte hat man eine höhere Chance, die Zecke komplett zu entfernen.

Dafür reißt jedoch auch häufiger ein größerer Teil ab (Stechrüssel und Scheren).


Tabelle: Wie viel bleibt in der Haut stecken?

Drehen (Zange, Haken, Lasso) Ziehen (Pinzette, Karte)
Zecke komplett entfernt

~10%

~30%

Kleiner Teil bleibt stecken

~80%

~40%

Mund/Kopf reißt komplett ab

~10%

~30%


Diese Ergebnisse sind bei der Anwendung an Hunden und Katzen entstanden.

Daher lassen sie sich nicht eins-zu-eins auf Menschen übertragen.

Hypostom
Mundwerkzeuge einer Zecke unter dem Mikroskop: Außen die Scheren und dazwischen der Stechrüssel (Hypostom).

Man kann davon ausgehen, dass auch beim Menschen das Herausdrehen öfter als Ziehen dazu führt, dass ein kleiner Teil in der Haut steckenbleibt.

Beim Entfernen durch Ziehen hingegen könnte man wahrscheinlich eine bessere Quote erreichen, da Menschen in der Regel stiller und ruhiger sind als Hunde und Katzen.

Also für Haustiere ist deshalb Drehen die bessere Wahl und beim Menschen bietet sich Ziehen mit Karte, Hebel oder Pinzette an.

Zum Nymphia-Zeckenentferner gibt es noch keine Studien. Durch die kleine Druckfläche von Nymphia werden die Zecken nur minimal gequetscht.

Nymphia und auch Pinzetten haben wiederum den Vorteil, dass man auch damit auch kleinste Zecken entfernen kann.

Mit Zeckenkarte und -hebel ist das unter Umständen schwieriger.

Kleine Zeckennymphen können nämlich durch den Schlitz von Karte und Hebel rutschen und dabei unnötig gereizt werden – bei großen Zecken ist das hingegen kein Problem.

Zecke richtig entfernen Anleitungen

Schritt-für-Schritt-Anleitungen

Zeckenzangen
Schritt-für-Schritt Anleitung Zeckenzange Schritt-für-Schritt Anleitung Zeckenkarte

 

Zeckenpinzette Lupe Zeckenhaken Zeckenzieher Zeckenkuhfuß Zeckenkarte
Schritt-für-Schritt Anleitung Zeckenpinzette Schritt-für-Schritt Anleitung Zeckenhaken

Zeckenschlinge Vergleich Test  
Schritt-für-Schritt Anleitung Zeckenschlinge Schritt-für-Schritt Anleitung Nymphia

Nun allgemeine Informationen zum grundsätzlichen Ablauf.

Werkzeug desinfizieren

Eine Zecke beißt bzw. sticht eine kleine Wunde in die Haut und darüber können Krankheitserreger in den Körper gelangen.

Daher sollte man vor dem Entfernen das Werkzeug waschen und desinfizieren.

Dazu benutzt man am besten Alkohol-Tupfer.

Wenn man keine Tupfer zur Hand hat, kann man auch klaren hochprozentigen Alkohol benutzen.

Zecke freilegen & aufrichten

Um die Zecke gut greifen zu können, legt man die Stichstelle frei.

Bei sehr haarigen Tieren, kann man Haarspangen benutzen.

Dann richtet man die Zecke auf, sodass der Körper senkrecht zur Haut steht.

Mediziner empfehlen, Zecken nicht mit bloßen Händen zu berühren, da Erreger/Keime an die Finger und dann in den Körper gelangen könnten.

Zecke greifen & fixieren

Man möchte den hinteren Zeckenkörper niemals drücken oder quetschen.

Daher greift und fixiert man die Zecke möglichst hautnah.

Das gilt für alle Arten der Zeckenentfernung.

Mit Zeckenzange oder -pinzette greift man auf eine Weise, sodass Kopf/Mundwerkzeuge flach zwischen den Greifern liegen – und nicht quer zu der Greiffläche.

Bei diesem Schritt ist es sinnvoll eine Lupe zu benutzen.

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Langsam ziehen/drehen

Ist die Zecke einmal fixiert, gilt es vorsichtig vorzugehen.

Denn zieht/dreht man ruckartig, erhöht sich die Gefahr, dass ein großer Teil stecken bleibt.

Daher sollte man den Druck sachte aufbauen und langsam schrittweise erhöhen – nicht kontinuierlich.

Wartet man zwischen den Schritten ein bisschen ab, gibt man der Zecke Zeit sich zu lösen.

Denn Zecken kleben sich mit Spezialkleber selbst an der Haut fest – mit sogenanntem Zeckenzement.

Diesen können sie selbst wieder auflösen, mit einer speziellen Substanz in ihrem Speichel. Doch dafür brauchen sie etwas Zeit.

Außerdem befestigen sich Zecken auch mit speziellen Widerhaken in der Haut.

Auch einen Teil dieser Haken können die Zecken aktiv lösen.

Daher kann man sich für das Ziehen auch einige Minuten Zeit lassen und dabei den Druck stufenweise erhöhen.

Hat man einige Erfahrung gesammelt, gelingt es dann in vielen Fällen die Zecke vollständig aus der Haut zu lösen.

Hier erfährt man, was zu tun ist, wenn ein Teil der Zecke in der Haut steckenbleibt.

Wunde desinfizieren

Abschließend sollte man die Wunde/Stichstelle auf jeden Fall desinfizieren.

Auch dazu benutzt man am besten wieder Alkoholtupfer/-pads.

Alkoholtupfer: Angebot bei Amazon

Zecke entsorgen

Wer Zecken nicht töten möchte, kann sie danach im Waschbecken oder der Toilette herunterspülen.

Möchte man die natürlichen Feinde von Zecken unterstützen, kann man Zecken auch wieder in der Wildnis aussetzen – an einem Ort, an dem sich nie Menschen oder Haustiere aufhalten.

Dieser Punkt ist umstritten und viele Menschen töten Zecken zum Beispiel mit Feuer oder durch zerquetschen.

Besonders für Menschen, die Mitgefühl mit Zecken haben – zum Beispiel buddhistische Mönche und Nonnen – gibt es jedoch auch Alternativen.

Borreliose-Test

Hatte die Zecke mehr als 24 Stunden Zeit zu saugen, besteht die Gefahr, dass sie Borreliose-Bakterien an den Wirt abgegeben hat.

Dann muss man die Wunde besonders gut beobachten.

Tritt nach einem Zeckenstich Fieber auf oder eine kreisrunde Wanderröte um die Stichstelle herum, dann gilt es, eine Ärztin/Arzt aufzusuchen.

wanderröte
Bildet sich eine Wanderröte, ist dies ein eindeutiges Zeichen, dass man sich mit Borreliose infiziert hat.

Zeigen sich ausschließlich Grippe-Symptome (Fieber, Gliederschmerzen), dann ist dies noch kein eindeutiges Anzeichen. Das kann viele Ursachen haben.

Doch in diesem Fall kann es sinnvoll sein, die Zecke auf Borrelien zu testen.

Deshalb sollte man Zecken aufbewahren, die länger als 24 Stunden am Wirt gesaugt haben.

Dann kann ein Arzt die Zecke einschicken und im Labor untersuchen lassen.

Dafür hebt man die Zecke zum Beispiel in einem verschließbaren Glas/Dose auf.

Befindet sich im Behälter etwas Wasser, dann kann die Zecke nicht austrocknen und dort für einige Tage/Wochen überleben.

Katze Zecke entfernen
Auch Katzen sollte man im Frühling/Sommer täglich nach Zecken absuchen – besonders am Kopf.

Möglichkeiten Zecken zu entfernen | Übersicht

Grundsätzlich gibt es zwei Ansätze:

  1. Aktive Entfernung mit Werkzeug/Fingern
  2. Passive Entfernung mit Lösungsmittel/Chemie

Die einzelnen Methoden haben jeweils wieder einige Vor- und Nachteile, die nun kurz erläutert werden.

Hinzu kommen weitere Hinweise zur Anwendung und Links zu Schritt-für-Schritt Anleitungen für die Zeckenentfernung mit dem jeweiligen Werkzeug.

Zecken aktiv entfernen

Zeckenzange: Angebot bei Amazon

Zeckenzange – Drehen

Man könnte theoretisch auch versuchen, eine Zecke mit einer Zeckenzange aus der Haut zu ziehen.

Doch dafür ist die Zange nicht ausgelegt!

Ihre Druckkraft ist zu gering und daher könnte die Zecke beim Ziehen durch die Greifer rutschen und unnötig gequetscht werden.

Bei Zeckenzangen ist es zudem wichtig, auf die Qualität zu achten.

Denn manchmal ist die Greiffläche unnötig groß, wodurch die Zecke dann beim Entfernen zu stark gereizt wird.

Mehr Informationen dazu hier:

Zecke mit Zeckenzange entfernen: Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Zeckenhaken – Drehen

Der Zeckenhaken erfreut sich bei Tierhaltern großer Beliebtheit.

Die Anwendung ist einfach und problemlos durchzuführen.

Mehr Informationen hier: Zecke mit Zeckenhaken entfernen.


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Zeckenschlinge – Drehen

Die Schlinge bzw. das Lasso ist eine Erfindung aus Schweden.

Auch diese Methode ist gut für Hunde und Katzen geeignet.

Wichtig zur Handhabung:

Bevor man die Zecke aus der Haut dreht, wird der Stift senkrecht zur Haut aufgestellt.

Mehr Informationen hier: Zecke entfernen mit Zeckenschlinge.

Zeckenpinzette – Ziehen

Normale Pinzetten sind ungeeignet, um Zecken schonend zu entfernen.

Denn sie haben eine zu große Druckfläche und würden die Zecke stark quetschen.

Daher sollte man nur spezielle Zeckenpinzetten benutzen.

Zeckenpinzetten sind eine gute Wahl zur Zeckenentfernung beim Menschen.

Mehr Informationen hier: Zecke richtig entfernen mit Zeckenpinzette.

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Zeckenkarte  – Ziehen

In die Zeckenkarte ist ein dünner „V“-Schlitz eingearbeitet, mit dem man die Zecke fixieren kann.

Bei großen Zecken klappt das besser als bei kleinen.

Die Karten sind handlich und ein Mittel der Wahl für unterwegs.

Mehr Informationen hier: Zecke entfernen mit Zeckenkarte.


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Nymphia-Zeckenentferner – Ziehen

Mit einigen Werkzeugen hat man Probleme, wenn die Zecken noch sehr klein sind – im Nymphen- oder Larvenstadium.

Daher wurde der Nymphia-Entferner extra für kleine Zecken entwickelt – nach dem Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts.

Zeckenhebel/Zeckenstift – Ziehen/Hebeln

Ähnlich wie bei der Karte schiebt man hier die Zecke auch in einem „V“-Schlitz, um sie zu fixieren.

Dabei ist die Kontaktfläche sehr gering und die Zecke wird beim Entfernen kaum gedrückt.

Doch für kleinste Zecken – Nymphen und Larven – ist der Schlitz/Spalt meist zu breit.

Mehr Informationen hier: Zecke entfernen mit Zeckenhebel.


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Rasier-Entfernung – Shave

Eine weitere Möglichkeit ist es die Zecke direkt über der Haut abzurasieren.

Dies kann ein Arzt mit einem Skalpell durchführen.

Alternativ kann man auch einen Einmalrasierer benutzen.

Doch dabei bleiben immer Teile der Zecke in der Haut stecken.

Außerdem wird die Haut dabei eventuell unnötig gereizt oder sogar verletzt.

Zeckenentfernung mit Skalpell - Rasierklinge
Die Zeckenentfernung mit Skalpell oder Rasierklinge ist nicht zu empfehlen.

Schlingen-/Knotentechnik – Ziehen

Wenn man kein Werkzeug zur Hand hat und trotzdem eine Zecke entfernen möchte, kann man es mit dieser Methode versuchen.

Dafür bieten sich verschiedene Materialien an:

  • Dünner Baumwollfaden
  • Zahnseide
  • Angelsehne
  • Nähseide
  • Garn

Damit kann man dann eine Schlinge um den Kopf der Zecke legen und zuziehen – gegebenenfalls macht man auch einen Knoten.

Dann zieht man an dem Faden und damit die Zecke aus der Haut.

Hierbei geht man langsam vor und erhöht schrittweise die Zugkraft.

Wenn man Glück hat, löst sich die Zecke auf diese Weise komplett aus der Haut.

Zecke entfernen mit der Hand
Zecken möglichst nicht mit den Fingern /Händen berühren.

Mit den Fingernägeln

Mediziner raten davon ab, Zecken mit bloßen Händen zu entfernen, um die Gefahr einer Krankheitsübertragung zu verringern.

Denn beim Entfernen der Zecke kann diese zertrennt werden oder sich übergeben und Erreger freisetzen.

Dennoch kann man Zecken – wenn nötig – auch mit den Fingernägeln nah an der Hautoberfläche greifen und dann vorsichtig herausziehen.

Um sich zu schützen, kann man eventuell auch Einmalhandschuhe verwenden.

Zecke nicht mit Öl entfernen
Zecken nie mit Öl, Alkohol, etc. behandeln.

Zecken passiv entfernen

Lange Zeit wurde empfohlen, Zecken mit verschiedenen Mitteln zu behandeln und schon vor dem Entfernen zu töten.

Damals wusste man noch nicht, dass sich dadurch die Gefahr erhöht, dass Krankheitserreger freigesetzt werden.

Diese Mittel nicht benutzen:

  • Alkohol: weder Isopropyl- noch Methylalkohol
  • Benzin
  • Olivenöl
  • Klebstoff
  • Vaseline
  • Nagellackentferner

Chemische Mittel

Einige Zeit waren auch Antiparasitika im Gespräch und wurden wissenschaftlich untersucht.

Sie wurden auf die Zecke aufgetragen oder an der Bissstelle unter die Haut gespritzt (subkutan), zum Beispiel Fipronil, Chlordimeform oder Lidocain-Gel.

Auch diese Methoden haben sich als gefährlich und/oder unwirksam herausgestellt.

Zecke übergibt sich durch Druck Hitze
Eine Zecke übergibt sich durch Druck, Reizung oder bei Hitzeeinwirkung.

Hitze/Kälte

Als noch nicht bekannt war, dass Zecken Krankheiten übertragen, wurden sie manchmal auch vor dem Entfernen mit Hitze getötet – mit Zigarette, Streichholz, etc.

Davon sollte man auf jeden Fall Abstand nehmen.

Denn eine Wärmebehandlung führt nachweislich dazu, dass die Zecken Krankheitserreger ausscheiden.

In der Erprobung sind zudem Verfahren, bei denen die Zecke mit flüssigem Stickstoff schockgefroren wird – mit sogenanntem Cyrospray.

Hierzu gibt es noch keine Untersuchungen, wie sich das auf eine Krankheitsübertragung auswirkt.

Große & kleine Zecken

Es macht einen Unterschied, ob die zu entfernende Zecke groß oder klein ist.

Auch die Art der Zecke spielt eine Rolle.

Die Braune Hundezecke hat zum Beispiel einen kürzeren Saugrüssel als der Gemeine Holzbock – die in Mitteleuropa am weitesten verbreitete Zeckenart.

Generell gilt: Je größer die Zecke ist, desto leichter ist sie zu fassen.

Doch das bedeutet nicht, dass große Zecken auch leichter zu entfernen sind.

Denn ist die Zecke größer, dann sind auch ihre Mundwerkzeuge größer und damit kann sie sich fester in der Haut verankern – wodurch der Kraftaufwand beim Entfernen steigt.

Vollgesogesnes Zecke Weibchen
Entfernt man oft vollgesogene Zecken bei Tieren, eignet sich Drehen in der Regel besser.

Bei Menschen empfiehlt sich dennoch das Ziehen mit Pinzette, da ein Mensch wahrscheinlich auch dann still halten wird, wenn es ein bisschen schmerzt.

Kleine Zecken hingegen sind schwerer zu fassen und sitzen dafür nicht so fest in der Haut.

Hier versagen Zeckenkarte, Zeckenhaken und Zeckenhebel manchmal, wenn die Zecke mit der Einkerbung nicht fixiert werden kann.

Daher greift man alternativ zur Zeckenzange, Zeckenpinzette oder zum Nymphia-Zeckenentferner, der explizit für winzige Zecken entwickelt wurde.

Nachteile Mittel gegen ZeckenDrehen: Vor- & Nachteile

Beim Drehen braucht man wenig Zeit.

Mit Haken, Schlinge und Zange lassen sich die Zecken gut fixieren und mit wenig Kraftaufwand herausdrehen – ein Vorteil bei großen Zecken.

Generell fällt die Reaktion von Tieren/Kindern beim Drehen geringer aus als beim Ziehen.

Das führt auch dazu, dass nur in seltenen Fällen (~10%) ein großer Teil der Zecke in der Haut steckenbleibt.

Wenn man danach die Zecken unter dem Mikroskop untersucht, stellt man allerdings fest, dass in den meisten Fällen ein kleiner Teil der Zecke abgedreht wurde (~80%).

Also gelingt es beim Herausdrehen nur in rund 10% der Fälle, die Zecke komplett zu entfernen.

Vorteile dieses Mittels im Kampf gegen ZeckenZiehen: Vor- & Nachteile

Beim Ziehen mit Pinzette, Zeckenkarte oder Zeckenhebel kommt es häufiger dazu, dass ein großer Teil der Zecke abreißt (~30%).

Allerdings gelingt es auch häufiger, die Zecke komplett zu entfernen (auch ~30%).

Dadurch kann man das Risiko einer Fremdkörperreaktion vermindern.

Beim Ziehen braucht man allerdings meist ein bisschen mehr Kraft und dadurch ist diese Methode manchmal mit einem leichten Schmerz verbunden.

Das wiederum führt dann dazu, dass Tiere und kleine Kinder nicht stillhalten, was ein vorsichtiges Herausziehen der Zecke erschwert.

FazitFazit

Generell gilt es, die Zecke so schnell wie möglich zu entfernen.

Ob man dreht oder zieht und welches Werkzeug man benutzt, hängt von der Situation ab.

Entfernt man Zecken bei Hund oder Katze, ist Drehen in der Regel die bessere Wahl.

Ob man dazu eine Zeckenzange, Zeckenhaken oder Zeckenschlinge benutzt ist Geschmackssache.

Möchte man eine Zange verwenden, sollte man allerdings darauf achten, dass die Greifer möglichst fein gearbeitet sind.

Bei billigen Modellen ist die Druckfläche oft zu groß, was dann die Zecke unnötig quetscht und das Risiko von Krankheitsübertragungen erhöht.

Entfernt man eine Zecke beim Menschen, dann empfiehlt sich die Zeckenpinzette mit Lupe.

Denn beim Ziehen mit Pinzette hat man mehr Kontrolle und eine höhere Chance, die Zecke komplett zu entfernen.


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Quellen & Studien zum Thema

„Tick Removal – Vergleich von fünf verschiedenen Zeckenentfernungsgeräten“ – Robisch (2010)

„In-vitro-Methoden zum Nachweis einer Repellentwirkung gegen Zecken“ – Straumer (2008)

„Tick Removal“ – Gammons, Salam (2002)

„Effect of Tick Removal on Transmission of Borrelia burgdorferi and Ehrlichia phagocytophila by Ixodes scapularis Nymphs“ – Des Vignes (2001)

„Removal of Attached Nymphs and Adults of Ixodes ricinus“ – De Boer, Van Den Bogaard (1993)


Stand: 24. November 2018


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