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Schafzecke Dermacentor Männchen

Schafzecke: Gefahren & Vorbeugung | Tipps & Tricks

Die Schafzecke (Dermacentor Marginatus) ist eine im deutschsprachigen Raum weit verbreitete Zeckenart.

Sie gehört zur Gattung der „Buntzecken“ (Dermacentor) und ist eng verwandt mit der Auwaldzecke.

Es ist bisher nicht eindeutig geklärt, welche Rolle sie bei der Verbreitung von Q-Fieber spielt – eine Bakterielle Infektion, die vor allem Schafe und Rinder betrifft.

Auch der Mensch kann an Q-Fieber erkranken.

Welche Gefahren von Schafzecken ausgehen und wie man sich gegen sie schützen kann, erfährt man hier.


Video: Eine amerikanische Dermacentor-Art (ganz ähnliches Aussehen)


Vorkommen

Im deutschsprachigen Raum findet man Schafzecken vor allem in der Oberrheinischen Tiefebene und entlang des Mains.

Auch am Mittelmeer und im Balkan kommt die Zecke häufig vor.

Dermacentor-Arten sind auf fast allen Kontinenten verbreitet.

Schafherde Naturherd Q Fieber Zecke
Auf Wiesen fühlen sich Schafzecken besonders wohl.

Körperbau und Entwicklung

Die Schafzecke gehört zu den größeren Zeckenarten und sie besitzen anders als der Gemeine Holzbock ein Augenpaar.

Das Besondere an der Schafzecke ist zudem der bunt gemusterte Rückenschild der Männchen.

Er schillert in mehreren Farben von rotbraun bis blau und ist von weißen Linien durchzogen.

Larven und Nymphen

Auf der Entwicklung hin zu den geschlechtsreifen Zecken durchläuft die Schafzecke mehrere Stadien und Häutungen.

Aus winzigen Eiern schlüpfen zunächst Larven, die rund 0,8 Millimeter lang sind und sechs Beine haben.

Die Larven bevorzugen kleine Nagetiere und Insektenfresser als Wirtstiere, zum Beispiel Mäuse, Maulwürfe oder Kaninchen.

Nach der Blutmahlzeit häuten sie sich und werden zur Nymphe.

Insgesamt durchläuft die Schafzecke drei Nymphenstadien, bevor sie geschlechtsreif wird.

Nymphen können bereits größere Tiere befallen, nicht jedoch den Menschen.

Die Larven und Nymphen der Schafzecke sind vor allem im Frühling und in den Sommermonaten aktiv.


Video: Adulte Dermacentor unter dem Mikroskop


Adulte Zecken

Die ausgewachsenen (adulten) Schafzecken werden 3,5 bis 5 Millimeter lang.

Vollgesogene Weibchen können bis zu einen Zentimeter groß werden.

Die Männchen besitzen einen Ganzkörperschild und bei den Weibchen bedeckt der Schild den vorderen Körper.

Als Wirte nutzen sie unter anderen folgende Wild- und Nutztiere:

  • Rehe
  • Hirsche
  • Wildschweine
  • Füchse
  • Feldhasen
  • Rinder
  • Pferde
  • Schafe
  • Ziegen
  • Hunde
  • Katzen

In seltenen Fällen können Schafzecken auch Menschen befallen.

Wie der Name schon vermuten lässt, sind Schafe das am häufigsten befallene Nutztier.

Die ausgewachsenen Tiere findet man jedoch nicht im Sommer, sondern nur im Frühling (März/April) und im Herbst (September/Oktober).

Daher wird die Schafzecke manchmal auch als „Frühjahrswaldzecke“ bezeichnet.

Schafzecke Dermacentor Weibchen
Ein Schafzecken-Weibchen: Sie können bis zu zwei Jahre hungern.

Lebensraum

Schafzecken sind unempfindlicher als andere Zecken gegenüber Trockenheit und Hitzeperioden.

Sie sind gut angepasst an Steppen, Wiesen und Magerrasen, weshalb man sie häufig auf von Schafen beweideten Flächen findet.

Auch sonnig gelegene Hänge und Waldränder zählen zu ihrem Revier, zum Beispiel die Hänge der Hochwasserdämme des Rheins.

Manchmal findet man sie auch in lichten Laubwäldern und sie kommen bis in Höhenlagen von rund 1000 Metern vor.

Es wird angenommen, dass die Schafzecke vom Klimawandel profitiert und sich damit weiter nach Norden und in höhere Lagen ausbreiten kann.


Video: Buntzecke bewegt sich wie eine Spinne


Wie gefährlich sind Schafzecken?

Es herrscht Uneinigkeit darüber, welche Krankheiten von der Schafzecke übertragen werden.

Doch es ist unstrittig, dass sie zur Verbreitung des Q-Fiebers (Balkangrippe) beiträgt, das auch für den Menschen gefährlich werden kann.

Q-Fieber

Beim Q-Fieber handelt es sich um eine Infektion mit den Rickettsia-Bakterien: Coxiella Burnetii.

Der Name „Q“ stammt von Query dem englischen Wort für „Frage“, da der Erreger des Fiebers lange Zeit nicht bekannt war.

Heute weiß man, dass Schafzecken große Mengen von Bakterien ausscheiden, nachdem sie an infizierten Tieren gesaugt haben.

Die Krankheitserreger können im Kot der Zecken über eineinhalb Jahre aktiv bleiben und sich als Staub über die Luft verbreiten.

Bei gesunden Schafen und Rindern kommt es oft zu keinen Symptomen, meist ist die Krankheit nur für trächtige Tiere eine Gefahr.

Denn werden Mutterschafe infiziert, kann das zur Fehl- oder Frühgeburt führen.

Dann können sich weitere Schafe über die Nachgeburt und das Fruchtwasser anstecken.

Über die Rohmilch infizierter Tiere können sich auch Menschen anstecken.

Außerdem sind Schafhalter gefährdet, sich über den Kot der Zecken zu infizieren.

Schafe und Schafzecke Q-Fieber Übertragung
Insbesondere beim Scheren von Schafen können die Bakterien als Staub eingeatmet werden.

Bereits 10 Keime reichen für eine Infektion aus.

Erste Anzeichen sind grippeähnlich:

  • Fieber
  • Kopfschmerzen
  • Schüttelfrost
  • Gliederschmerzen
  • Trockener Husten
  • Lungenentzündung

Bei Verdacht sollte man beim Arzt eine Blutuntersuchung veranlassen.

Das Q-Fieber ist eine meldepflichtige Erkrankung, die beim Gesundheitsamt angezeigt werden muss.

Denn wird nichts unternommen, kann ein Ausbruch zu einer Epidemie führen.

Besonders gefährdet sind neben Herzpatienten auch schwangere Frauen. Denn ähnlich wie bei Tieren kann Q-Fieber bei ihnen eine Früh- oder Fehlgeburt auslösen.

Neuere Untersuchungen zeigen jedoch, dass der Erreger in wilden Schafzecken nicht gefunden wurde.

Daher scheint der wirkliche Ursprung der Krankheit weiter im Unklaren zu liegen und somit das Q-Fieber weiterhin seinem Namen alle Ehre zu machen.

Sonstige Krankheiten

Es gibt außerdem Spekulationen, wonach noch weitere Krankheiten von der Schafzecke übertragen werden könnten.

Dazu zählen:

  • Hasenpest (Tularämie)
  • Sibirisches Zeckenfieber
  • Rinderanaplasmose
  • Babesiose (Hund)
  • Borreliose
  • Krim-Kongo-Fieber
  • Rocky-Mountain-Fleckfieber

Hier sind allerdings noch viele Fragen offen.

Klar ist bisher nur, dass diese Krankheiten von Dermacentor-Zecken übertragen werden können.

Ob hierfür auch die Schafzecke infrage kommt, ist noch unklar.

Es bedarf weiterer Forschung zu diesem Thema!

Schafe gegen Zecken schützen
Schafe, Ziegen und andere Nutztiere kann man gegen Zecken schützen.

Mittel gegen die Schafzecke

Grundsätzlich muss man sich entscheiden, ob man chemische Gifte einsetzen möchte oder lieber natürliche Mittel vorzieht.

Chemische Zeckenabwehr

Chemische Mittel wirken manchmal besser, haben aber auch teils gefährliche Nebenwirkungen.

Siehe zum Beispiel:

DEET gegen Zecken,

Fipronil gegen Zecken,

oder Permethrin gegen Zecken.

Daher empfehle ich, diese Produkte nur im Notfall einzusetzen und das vorher mit einer Ärztin/Arzt genau zu besprechen.

Natürlicher Zeckenschutz

Es gibt eine ganze Reihe von Mitteln auf pflanzlicher Basis.

Auch diese sind nicht immer ohne Nebenwirkungen (z. B. Pyrethrum), doch meist sind sie ungefährlicher als künstlich erzeugte Reinstoffe.

Dazu zählen zum Beispiel auch einige ätherische Öle.

Gute Ergebnisse wurden in Experimenten mit Geraniol erzielt.

Der Wirkstoff findet sich seither in vielen Anti-Mücken- und Anti-Zeckensprays.

Natürlich kommt Geraniol in sehr vielen ätherischen Ölen vor, in hoher Konzentration zum Beispiel in Palmarosaöl.

Auch mit dem Öl des Zitroneneukalyptus kann man sich gegen Zecken schützen.

Aus diesen Ölen kann man sich ein günstiges Zeckenspray selbst herstellen, das dann bei Mensch und Tier Verwendung finden kann.

Schwarzkümmelöl Schwarzkümmelsamen
Einige natürliche Mittel wirken fast genauso gut wie künstlich hergestellte. Zum Beispiel Schwarzkümmelöl.

Mittel gegen Zecken bei Schafen

Welche Mittel bei Schafen helfen können, ist bisher noch wenig erforscht.

Ätherische Öle können eine gute Möglichkeit sein, mit wenig Aufwand zumindest einen kleinen Schutz zu gewährleisten.

Zudem hat man die Möglichkeit Schwarzkümmelöl anzuwenden (nicht bei Katzen).

Innerlich eingenommen verändert das Öl den Geruch der Haut, sodass Mensch und Tier für viele Zecken unattraktiv wird.

Zumindest bei Hunden konnte eine Wirkung nachgewiesen werden.

Ob Schwarzkümmelöl auch bei Schafen wirkt, ist bisher noch nicht geklärt.

Falls Du darüber Informationen hast, melde Dich bitte mit Kommentar oder Mail!

Mehr Informationen zum Thema hier: Mit Schwarzkümmel gegen Zecken.

Bei Hunden und Katzen soll außerdem Bierhefe ein Mittel gegen Zecken sein.

Die Wirkung ist allerdings umstritten und es fehlt noch an wissenschaftlichen Untersuchungen.

Möglicherweise hilft es bei Schafen, Ziegen und Rindern.

Das Gute an Bierhefe und auch an Schwarzkümmelöl sind die zahlreichen positiven Auswirkungen auf die Gesundheit.

Mehr Infos hier: Bierhefe gegen Zecken


Natürlicher Zeckenschutz: Repellents für Mensch und Tier

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Stand: 30. August 2018


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