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Zeckenkopf stecken geblieben was tun

Zeckenkopf stecken geblieben: Was tun?

Wer häufiger Zecken entfernt, kennt das Problem:

Die Zecke ist abgerissen und der „Kopf“ steckt noch in der Haut.

Hier erfährt man, wie man den Rest der Zecke entfernen kann.

In den meisten Fällen ist es jedoch das Beste, am nächsten Tag um ärztliche Hilfe zu bitten.

Zeckenkopf richtig entfernen
Es kann mit den besten Hilfsmitteln passieren: Ein Teil der Zecke reißt ab.

Warum bleibt ein Teil stecken?

Wenn man eine Zecke entfernt, kann es immer mal wieder vorkommen, dass dabei ein Teil stecken bleibt.

Jedoch reißt nicht der Kopf ab, sondern lediglich das Beißwerkzeug der Zecke – auch Hypostom genannt.

Das Hypostom ist ein Saugrüssel/-stachel, mit dem die Zecke in die Haut hineinsticht, Blut saugt und sich gleichzeitig fest verankert.

An dem Rüssel befinden sich zahlreiche Widerhaken, sodass es für Mensch und Tier schwer ist, die Zecke abzukratzen.

Zusätzlich kleben sich die meisten Zeckenarten noch mit einem Spezialkleber fest.

Dieser Kleber zusammen mit den Widerhaken ist so stark, dass Zecken beim Entfernen auseinanderreißen können.

Dies geschieht meist dann, wenn man zu schnell oder ruckartig an der Zecke zieht.

Lässt man sich beim Entfernen Zeit, kommt es deutlich seltener dazu, dass ein Teil stecken bleibt.

Auch zu starkes Drehen kann dazu führen, dass der Rüssel abreißt.

Vorsichtiges Hin- und Herdrehen kann manchmal helfen, die Widerhaken und den Klebstoff zu lösen und dann die Zecke leichter zu entfernen.

Doch dreht man zu viel oder zu lange in eine Richtung, führt das häufig dazu, dass ein Teil der Zecke buchstäblich abgedreht wird.

Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass beim Herausdrehen von Zecken in rund 90 % der Fälle ein Teil in der Heut stecken bleibt – meist jedoch nur ein winziges Stück.

Beim Herausziehen hat man eine etwas höhere Chance, die Zecke vollständig zu entfernen (rund 30 %).

Mehr Informationen hier: Zecken richtig entfernen: Drehen oder Ziehen?

Notfall Zecke stecken geblieben
Zecke stecken geblieben: Kein Grund zur Panik!

Zecke abgerissen: Was tun?

Grundsätzlich hat man drei Möglichkeiten:

  1. Um ärztliche Hilfe bitten oder direkt ins Krankenhaus/zur Rettungswache fahren.
  2. Selbst versuchen, den „Kopf“/Rüssel der Zecke zu entfernen.
  3. Die Wunde desinfizieren, Pflaster darauf kleben und abwarten.

Arztbesuch

Für Menschen, die dazu neigen sich viele Sorgen zu machen, ist der Arztbesuch die richtige Wahl.

Dann bekommt man ein gutes Gefühl und das ist auch wichtig für das Immunsystem.

Tierärztin mit Katze
Ärzte entfernen ständig Zecken: Sie wissen, was sie tun.

In vielen Fällen ist es jedoch übertrieben, sofort eine Ärztin/Arzt zu besuchen.

Denn durch den Kopf/Stachel der Zecke geht keine große Gefahr mehr aus.

Krankheitserreger befinden sich nämlich im Körper der Zecke und nicht im Rüssel.

Ist der Rüssel einmal vom Körper getrennt/abgerissen, können keine zusätzlichen Erreger in die Wunde gelangen.

Daher besteht auch kein Grund zur Eile oder Panik.

Ganz im Gegenteil ist nun Ruhe geboten, denn Panik und Stress schwächen ein Immunsystem nur unnötig, das sich nun auf die Abwehr von Viren und Bakterien konzentrieren muss.

Also wenn man eher zu den vorsichtigen Menschen zählt, sollte man ganz in Ruhe zu einer Ärztin oder in die Notaufnahme gehen und sich dort beraten lassen.

Die behandelnde Ärztin wird sich für eine der beiden folgenden Möglichkeiten entscheiden: Entfernen oder abwarten/beobachten.

Zählt man eher zu den weniger ängstlichen Menschen, kann man auch versuchen, den stecken gebliebenen Kopf/Rüssel der Zecke selbst zu entfernen.

Doch das sollte man am besten nur tun, wenn man schon einmal gesehen hat, wie das gemacht wird.

Denn dabei sind einige Dinge zu beachten.

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Kopf der Zecke richtig entfernen

Um den stecken gebliebenen Teil zu entfernen, nimmt man eine möglichst spitze und hochwertige Pinzette mit Lupe oder eine feine Nadel.

Beide muss man reinigen und desinfizieren, bevor man sie benutzt. Dazu nimmt man am besten Alkoholtupfer/-pads. Alternativ kann man sie auch kurz abkochen.

Die Desinfektion durch Erhitzen über einer Flamme ist nicht zu empfehlen, da dabei Ruß auf die Nadel/Pinzette gelangen kann.

Kommt wiederum Ruß in die Wunde, steigt dadurch die Wahrscheinlichkeit einer Wundinfektion.

Hypostom
Hier erkennt man das Hypostom, also den winzigen Rüssel der Zecke, der leicht abreißt.

Generell es gilt zu beachten, dass sich durch das Eingreifen in der Wunde die Infektionsgefahr erhöht!

Deshalb wird in vielen Fällen davon abgeraten, in der Wunde herumzustochern und stattdessen besser abzuwarten (siehe Möglichkeit drei).

Möchte man die Zecke dennoch vollständig entfernen, geht man ähnlich vor wie beim Entfernen eines Holzsplitters.

Dabei versucht man den stecken gebliebenen Teil am oberen Ende mit einer Pinzette zu greifen und vorsichtig herauszuziehen.

Liegt der Stachel/Rüssel zu weit unter der Haut, kann man auch versuchen, ihn mit einer Nadelspitze von unten näher an die Hautoberfläche zu drücken.

Mit etwas Geschick und Glück gelingt die Operation ohne Probleme.

Danach muss man die Wunde gut desinfizieren – unabhängig davon, ob es geklappt hat oder nicht.

Kann die Wunde nicht frei abheilen, sollte sie zusätzlich durch ein Pflaster geschützt werden, zum Beispiel wenn sonst immer wieder Kleidung dagegen kommen würde.

Zudem kann man eine Wundsalbe benutzen, um die Wundheilung zu unterstützen.

Ist man in der freien Natur unterwegs, kann man auch Spitzwegerich oder Breitwegerich zwischen den Fingern zerreiben und auf die Wunde geben.


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Steckenlassen und abwarten

In vielen Fällen ist es das Klügste, die Wunde in Ruhe zu lassen und nach der Desinfektion nichts weiter zu tun.

Abwarten ist insbesondere dann die beste Lösung, wenn man den steckengebliebenen Teil nicht mit einer Pinzette greifen kann.

Denn wenn man mit einer Nadel in der Wunde stochert, vergrößert sie sich nur unnötig.

Dadurch steigt das Risiko einer Wundinfektion und in seltenen Fällen kann diese sogar gefährlich werden (z. B. Blutvergiftung).

Wartet man hingegen einfach ab, dann stößt die Haut den Fremdkörper in der Regel von alleine ab.

Tut man nichts können zwei Dinge passieren:

1. Abkapselung und langsame Abstoßung

2. Kleine Entzündung und Herauseitern (Hört sich schlimmer an, als es ist.)

Was passiert, hängt davon ab, wie groß das steckengebliebene Stück ist und ob man an der Wunde kratzt oder nicht.

Auch der Hauttyp kann eine Rolle spielen.

Kratzen sollte auf jeden Fall vermieden werden, da man dadurch die Wunde vergrößert und Schmutz hinein gelangen kann.

Bei Kindern sollte man daher die Stichstelle auch immer mit einem Pflaster schützen.

Abkapseln und Eitern sind die natürlichen Prozesse der Haut, um Fremdkörper abzustoßen.

Beim Abkapseln wächst der Fremdkörper langsam aus der Haut heraus. Je nachdem wie tief er sitzt, kann das einige Tage dauern.

Beim Herauseitern schützt sich der Körper zusätzlich gegen Keime.

Durch Schleim/Eiter wird der Saugrüssel der Zecke vom Gewebe der Haut gelöst.

Danach lässt sich der Fremdkörper auch einfacher vom Arzt entfernen.

Manchmal geht der Abstoßungsprozess so schnell, dass man bereits am nächsten Tag den stecken gebliebenen Teil der Zecke herausdrücken kann.

Danach gilt es, erneut die Wunde zu desinfizieren und zu versorgen.


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Können Krankheitserreger vom steckengebliebenen „Zeckenkopf“ in den Körper des Wirts gelangen?

Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten.

Die allgemeine Lehrmeinung ist: Nein.

Zecken geben Krankheitserreger über ihren Speichel in die Wunde und damit in den Körper ihrer Wirte ab.

Das geschieht unterschiedlich schnell.

FSME-Viren gibt die Zecke bereits direkt beim Zustechen an den Wirt ab.

Zur Übertragung von Borreliose-Bakterien kommt es der Lehrmeinung nach erst, nachdem die Zecke für 12 bis 24 Stunden am Wirt gesaugt hat.

Ist der Zeckenkörper entfernt und der „Kopf“ stecken geblieben, dann stellt sich die Frage: Befindet sich im „Kopf“ noch Speichel, der sich langsam in die Wunde entleert?

Falls ja, könnte es doch sinnvoll sein, den Kopf/Rüssel sofort zu entfernen bzw. entfernen zu lassen.

Der heutige Stand der Medizin geht allerdings, davon aus, dass durch die Trennung vom Körper und damit von den Speicheldrüsen auch keine zusätzlichen Erreger in die Wunde gelangen können.

Außerdem ist davon auszugehen, dass beim gewaltsamen Entfernen, der Rüssel der Zecke zusammengedrückt wird und dabei auch der letzte Speichel noch in die Wunde gelangt.

Deshalb kann es vielleicht die Gefahr einer Infektion erhöhen, wenn man den Teil versucht zu entfernen.

Letztlich muss diese Frage noch wissenschaftlich geklärt werden.

Falls Sie hierüber weitere Informationen haben, hinterlassen Sie bitte einen Kommentar oder melden Sie sich per E-Mail.

Vielen Dank dafür im Voraus!

Arzt Zeckenkopf stecken geblieben entfernen
Im Zweifel ist es besser zum Arzt zu gehen.

Fazit

In den meisten Fällen ist man gut beraten, sich erst einmal zu entspannen und abzuwarten.

Zum Arzt kann man auch noch am nächsten Tag gehen, denn der stecken gebliebene Teil der Zecke muss nicht sofort entfernt werden.

Wer dennoch nicht darauf warten möchte, dass das letzte Stück Zecke sich von allein löst, geht zur Hausärztin, Tierärztin oder ins Krankenhaus.

Hat man schon Erfahrungen mit dem Entfernen von Splittern oder stecken gebliebenen Zeckenteilen gemacht, dann könnte man es auch selbst versuchen.

Doch bevor man anfängt, die Wunde noch zu vergrößern, sollte man sicher sein, dass man geeignete Hilfs- und Desinfektionsmittel zur Hand hat.

Am besten wartet man auch hierfür vorher ein oder zwei Tage ab, sodass die Abstoßungsreaktion des Körpers schon eingesetzt hat.

Dann ist es meist deutlich einfacher, den Fremdkörper aus der Haut zu entfernen.

Schließlich ist das Wichtigste die gute Versorgung der Wunde, um eine Folgeinfektion zu vermeiden und die Heilung der Haut zu fördern.

Dazu gehört die Verwendung einer Wundsalbe und zum Schutz ein passendes Pflaster.

Für die Zukunft gilt es, sich noch einmal genau darüber zu informieren, wie man eine Zecke richtig entfernt.

Dann kann man das Problem von vornherein vermeiden.

Zecke entfernen: Anleitungen

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Zeckenstichen vorbeugen

Es gibt Mittel und Wege Zecken abzuwehren, sodass sie gar nicht erst zur Haut gelangen und zustechen.

Dazu zählen Wirkstoffe, die Zecken abwehren.

Auf natürlicher Basis sind das zum Beispiel:

Margosa-Extrakt: Zeckenabwehr aus dem Neembaum

Geraniol: zeckenabweisend und enthalten in vielen ätherischen Ölen.

PMD: zeckenabweisender Wirkstoff des Zitroneneukalyptus.

Schwarzkümmelöl: enthält zeckenabweisende ätherische Öle.

Kokosöl: enthält zeckenabweisende Fettsäuren (z. B. Laurinsäure).

In Risikogebieten, in denen Zecken häufig tödliche Krankheiten übertragen, kann man sich zusätzlich mit stärkeren Insektiziden und Repellents schützen.

Dazu zählen Permethrin oder DEET.

Doch bei fast allen chemischen Mitteln können Nebenwirkungen vorkommen.

Darüber sollte man sich vor der Anwendung genau informieren.

Gut wirkt auch Icaridin (z. B. Autan), das richtig angewendet für einige Stunden gegen Zecken und Mücken schützt.


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Stand: 30. November 2018


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