Zeckensaison: Wann sind Zecken besonders aktiv?

Wann ist eigentlich Zeckensaison? Häufig wird dafür der Zeitraum von
März bis Oktober genannt. Das ist eine hilfreiche Orientierung – eine
feste Grenze gibt es jedoch nicht. Zecken richten sich nicht nach dem
Kalender, sondern vor allem nach Temperatur, Feuchtigkeit und den
Bedingungen in ihrem Lebensraum.

Schon ab ungefähr 5 °C können Zecken auf Wirtssuche gehen. In einem
milden Winter ist deshalb sogar im Dezember, Januar oder Februar mit
einzelnen aktiven Zecken zu rechnen. Umgekehrt können große Hitze und
Trockenheit ihre Aktivität zeitweise bremsen.

Wer sich schützen möchte, sollte daher nicht nur auf den Monat
schauen, sondern auch auf das Wetter und den Aufenthaltsort. Wie man
Zecken den Zugang zum Körper erschwert und einen Zeckenstich vorbeugen
kann, wird im ausführlichen Beitrag Zeckenschutz
für Mensch und Tier
beschrieben.

Das Wichtigste in Kürze

  • Als Hauptzeit für Zecken gelten in Deutschland meist die Monate
    März bis Oktober.
  • Zecken können bereits ab ungefähr 5 °C auf
    Wirtssuche gehen.
  • Besonders günstige Bedingungen finden sie bei milden
    Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit
    .
  • Im Frühjahr und Frühsommer ist häufig mit einer hohen Aktivität zu
    rechnen. Je nach Wetter kann es auch im Herbst noch viele aktive Zecken
    geben.
  • Bei anhaltender Hitze und Trockenheit ziehen sich viele Zecken in
    feuchtere, geschützte Bodenschichten zurück.
  • In milden Wintern kann die Zeckenzeit nahezu das ganze Jahr
    dauern.

Wann beginnt die
Zeckensaison?

Die Zeckensaison beginnt nicht jedes Jahr am selben Tag. Entscheidend
ist, wann es über mehrere Tage mild genug wird. Das Bayerische
Staatsministerium für Gesundheit nennt ungefähr 5 °C als Temperatur, ab
der Zecken auf Wirtssuche gehen können.

Nach einem kalten Winter beginnt die deutlichere Aktivität häufig
erst im März oder April. Bleibt der Winter mild, können Zecken jedoch
schon früher aktiv sein oder ihre Aktivität gar nicht vollständig
unterbrechen.

Das bedeutet: Ein warmer Februartag kann bereits ein Zeckentag sein.
Besonders aufmerksam sollte man sein, wenn man sich in feuchtem Gras, im
Unterholz, an Waldrändern oder auf von Wildtieren genutzten Pfaden
aufhält.

Zeckenaktivität im
Jahresverlauf

Die folgende Übersicht zeigt eine typische Tendenz für Mitteleuropa.
Sie ist keine genaue Vorhersage: Region, Höhenlage, Witterung und
Zeckenart können den tatsächlichen Verlauf deutlich verändern.

Zeitraum Typische Aktivität Was zu beachten ist
Januar bis Februar meist gering, bei mildem Wetter möglich An frostfreien Tagen ab etwa 5 °C können einzelne Zecken aktiv
sein.
März bis April deutlich zunehmend Mit den ersten länger anhaltenden milden Phasen beginnt meist die
Zeckenzeit.
Mai bis Juni häufig besonders hoch Milde Temperaturen und ausreichende Feuchtigkeit bieten vielen
Zecken günstige Bedingungen.
Juli bis August weiterhin möglich, stark wetterabhängig In feuchten und schattigen Bereichen bleiben Zecken aktiv; große
Hitze und Trockenheit können die Aktivität verringern.
September bis Oktober je nach Wetter erneut erhöht oder langsam abnehmend Milde, feuchte Herbsttage können sehr günstige Bedingungen
schaffen.
November bis Dezember meist gering, aber nicht ausgeschlossen Bei milden Wintern ist keine verlässliche Winterpause zu
erwarten.
Feuchtes Gras mit Tautropfen während der Zeckensaison
Feuchte Vegetation bietet Zecken besonders günstige Bedingungen.

Wann sind Zecken besonders
aktiv?

Besonders günstige Bedingungen entstehen, wenn es zugleich mild und
feucht ist. Der Gemeine
Holzbock
– die in Deutschland häufigste Zeckenart – ist auf eine
hohe Luftfeuchtigkeit angewiesen.

Deshalb findet man ihn bevorzugt in der bodennahen Vegetation,
beispielsweise:

  • an schattigen Waldrändern,
  • auf feuchten Wiesen,
  • in dichtem Unterholz,
  • in Laubschichten,
  • an Bachläufen und Waldlichtungen,
  • in naturnahen Gärten und Parks,
  • an Wegen und Plätzen, die regelmäßig von Wildtieren genutzt
    werden.

Zecken sitzen meist nicht hoch in Bäumen und lassen sich auch nicht
gezielt auf Menschen fallen. Sie warten vor allem auf Gräsern, Kräutern,
Farnen oder niedrigen Sträuchern und werden im Vorbeigehen abgestreift.
Mehr über bevorzugte Lebensräume steht im Artikel Zeckenstiche
vorbeugen
.

Sind Zecken morgens
oder abends aktiver?

Eine einfache Uhrzeit, zu der Zecken immer besonders aktiv sind, gibt
es nicht. Wichtiger als die Tageszeit sind Temperatur und
Feuchtigkeit.

Nach Regen, bei bedecktem Wetter sowie am feuchten Morgen oder Abend
können die Bedingungen günstig sein. An einem heißen, trockenen
Sommertag ziehen sich viele Zecken dagegen näher an den Boden zurück, um
nicht auszutrocknen. In schattigen und feuchten Bereichen können sie
trotzdem auf Wirtssuche bleiben.

Deshalb gilt: Auch mittags und auch im Hochsommer ist ein Zeckenstich
möglich. Trockenes Wetter verringert das Risiko nicht überall
gleichermaßen.

Gibt es Zecken auch im
Winter?

Ja. Frost und eine geschlossene Schneedecke bremsen die Aktivität
zwar deutlich. Bei länger anhaltenden milden Temperaturen können Zecken
aber auch im Winter aktiv werden.

Die bekannte Zeckensaison von März bis Oktober ist daher eher eine
Hauptzeit als eine sichere Begrenzung. Gerade in milden Regionen und
tiefen Lagen sollte man auch außerhalb dieser Monate aufmerksam
bleiben.

Das ist auch deshalb wichtig, weil nicht alle Zeckenarten
in Deutschland, Österreich und der Schweiz
genau dasselbe
Aktivitätsmuster haben. Informationen zu einzelnen Arten finden sich
beispielsweise in den Beiträgen über die Auwaldzecke
und die Braune
Hundezecke
.

Beeinflusst der
Klimawandel die Zeckensaison?

Mildere Winter können die Zahl der Tage erhöhen, an denen Zecken
aktiv sein können. Außerdem können sich geeignete Lebensräume und die
Verbreitung einzelner Arten verändern.

Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass es jedes Jahr überall
mehr Zecken gibt. Die lokale Zeckenaktivität hängt von mehreren Faktoren
ab, darunter:

  • Temperatur und Luftfeuchtigkeit,
  • Dauer trockener oder feuchter Wetterphasen,
  • Vegetation und Bodenbedeckung,
  • Vorkommen geeigneter Wirtstiere,
  • Region und Höhenlage,
  • vorkommende Zeckenarten.

Eine pauschale Vorhersage allein anhand eines milden Winters ist
deshalb nicht möglich. Für den persönlichen Schutz ist es sinnvoller,
bei passenden Wetterbedingungen und in typischen Lebensräumen
grundsätzlich mit Zecken zu rechnen.

So schützt man
sich während der Zeckensaison

Die Jahreszeit zu kennen hilft, ersetzt aber keine Schutzmaßnahmen.
Besonders wirksam ist eine Kombination aus angepasstem Verhalten,
geeigneter Kleidung, zeckenabweisenden Mitteln und sorgfältigem
Absuchen.

1. Kontakt mit
bodennaher Vegetation verringern

Wer auf Wegen bleibt und dichtes Unterholz, hohes Gras sowie
schattige Randbereiche meidet, bietet Zecken weniger Gelegenheit, auf
den Körper zu gelangen. Das ausführliche Vorgehen wird im Beitrag Zeckenbiss
vorbeugen
erklärt.

2. Geschlossene, helle
Kleidung tragen

Lange Hosen, geschlossene Schuhe und über die Hosenbeine gezogene
Socken erschweren den Zugang zur Haut. Auf hellen Stoffen lassen sich
krabbelnde Zecken leichter entdecken. Einen ausführlichen Überblick
bietet der Artikel über Zeckenschutzkleidung,
Socken, Hosen und Jacken
.

3.
Zeckenabweisende Mittel überlegt einsetzen

Repellents können den Schutz ergänzen, wirken aber nicht lückenlos
und nur für eine begrenzte Zeit. Eine Übersicht bietet der Beitrag Pflanzliche
und andere Mittel gegen Zecken
.

Zu den häufig verwendeten Wirkstoffen gehören Icaridin,
DEET
und PMD aus Zitronen-Eukalyptusöl.
Auch Geraniol
wird in verschiedenen Produkten eingesetzt. Anwendungshinweise,
Schutzdauer und mögliche Risiken sollten jeweils beachtet werden.

4. Körper und Kleidung
gründlich absuchen

Nach dem Aufenthalt im Freien sollte man Kleidung und Körper
kontrollieren. Zecken suchen häufig zunächst längere Zeit nach einer
geeigneten Stichstelle. Bevorzugt werden warme, geschützte Bereiche wie
Kniekehlen, Leisten, Achseln, Bauchnabel, Haaransatz und der Bereich
hinter den Ohren.

Auch Kinder und Haustiere sollten sorgfältig abgesucht werden.
Ergänzende Informationen gibt es zum Zeckenschutz
für Hunde
, zum Zeckenschutz
für Katzen
und zur Zeckenabwehr
bei Pferden
.

Kleine Zecke auf einem Finger
Zecken sind oft nur wenige Millimeter groß und leicht zu übersehen.

Was tun, wenn eine Zecke
gestochen hat?

Eine festgesogene Zecke sollte möglichst bald und schonend entfernt
werden. Dabei sollte man sie nicht quetschen und keine ungeeigneten
Hausmittel wie Öl, Klebstoff oder Alkohol auf die saugende Zecke
geben.

Wie das Entfernen gelingt, zeigt der ausführliche Beitrag Zecken
richtig entfernen: drehen oder ziehen?
. Für verschiedene Hilfsmittel
gibt es eigene Anleitungen, etwa zur Zeckenpinzette,
zum Zeckenhaken und
zur Zeckenkarte.

Bleibt ein kleiner Teil in der Haut zurück, hilft der Beitrag Zeckenkopf
stecken geblieben – was tun?
weiter.

Bei einer sich ausbreitenden ringförmigen Hautrötung, grippeähnlichen
Beschwerden oder anderen auffälligen Symptomen nach einem Zeckenstich
sollte ärztlicher Rat eingeholt werden. Das gilt unabhängig davon, in
welchem Monat der Stich stattgefunden hat.

Fazit:
Zeckensaison ist vor allem eine Frage des Wetters

Die meisten Begegnungen mit Zecken gibt es in der Regel zwischen März
und Oktober. Besonders aufmerksam sollte man im Frühjahr und Frühsommer
sowie an milden, feuchten Herbsttagen sein.

Eine völlig zeckenfreie Jahreszeit lässt sich jedoch nicht
garantieren. Sobald die Temperaturen mehrere Tage bei ungefähr 5 °C oder
darüber liegen, können Zecken aktiv werden – auch im Winter.

Das Wissen um die Zeckenzeit soll keine Angst vor der Natur machen.
Es hilft vielmehr, sich bewusst vorzubereiten: geeignete Wege wählen,
den Körper schützen, nach dem Aufenthalt im Freien gründlich suchen und
eine gefundene Zecke richtig entfernen.

So kann man achtsam und möglichst unbeschwert draußen unterwegs
sein.

Häufige Fragen zur
Zeckensaison

In welchen
Monaten sind die meisten Zecken aktiv?

Die Hauptzeit reicht meist von März bis Oktober. Besonders häufig
sind Zecken bei mildem und feuchtem Wetter aktiv. Der genaue Verlauf
unterscheidet sich je nach Region, Witterung und Zeckenart.

Ab welcher Temperatur
werden Zecken aktiv?

Zecken können bereits ab ungefähr 5 °C auf Wirtssuche gehen. Deshalb
sind Begegnungen auch an milden Wintertagen möglich.

Sind Zecken bei Hitze aktiv?

Grundsätzlich ja. Längere Hitze und Trockenheit können die Aktivität
des Gemeinen Holzbocks jedoch verringern, weil er auf eine hohe
Luftfeuchtigkeit angewiesen ist. In schattigen, feuchten Bereichen
können Zecken weiterhin aktiv bleiben.

Wann endet die Zeckensaison?

Ein festes Ende gibt es nicht. Meist nimmt die Aktivität im späten
Herbst deutlich ab. Bleibt es mild, können Zecken jedoch auch im
November, Dezember oder Winter aktiv sein.

Muss
man sich außerhalb eines FSME-Risikogebiets vor Zecken schützen?

Ja. Zecken können nicht nur FSME übertragen. Borrelien kommen in
Deutschland grundsätzlich überall vor. Schutzmaßnahmen und das Absuchen
nach Aufenthalten im Grünen sind deshalb auch außerhalb ausgewiesener
FSME-Risikogebiete sinnvoll.

Quellen und
weiterführende Informationen